[Intro] Schwarze Fenster, Reihe an Reihe, kein Licht dahinter, nur Glas. Ich seh mein Gesicht in den Rändern, fremd und wach. [Verse 1] Die Straße biegt sich wie ein Rücken, alt, müde, grau vom Regenstaub. Balkone hängen voller Stille, als hätten sie den Mund gebraucht. Hier wohnten Stimmen hinter Gardinen, hier roch es nachts nach Suppe, Wein. Jetzt zählt der Wind die leeren Namen und trägt sie in die Höfe rein. [Pre-Chorus] Sie sehen mich an, die schwarzen Fenster, doch ich senk den Blick nicht mehr. Was früher in mir kleiner wurde, steht heute aufrecht neben mir. [Chorus] Schwarze Fenster, schaut nur her, ich bin noch da, ich geh nicht nieder. Ihr wart die Augen meiner Angst, jetzt seid ihr Glas und kalte Lider. Schwarze Fenster, schweigt mich an, ich kann die Stille endlich tragen. Ich bin nicht hier, um mich zu beugen, ich bin gekommen, um zu fragen. [Verse 2] Im dritten Stock hängt noch ein Vorhang, vergilbt, zerrissen, halb gelöst. Dahinter war ein alter Sommer, der heute wie ein Urteil stößt. Ich hör uns lachen auf den Stufen, doch es kommt aus keinem Raum. Ein Fahrrad rostet an der Ecke, festgekettet an den Traum. [Pre-Chorus] Ich nehm den Schlüssel aus der Tasche, obwohl er keine Tür mehr kennt. Manchmal hält man viel zu lange, was längst nicht mehr für einen brennt. [Chorus] Schwarze Fenster, schaut nur her, ich bin noch da, ich geh nicht nieder. Ihr wart die Augen meiner Angst, jetzt seid ihr Glas und kalte Lider. Schwarze Fenster, schweigt mich an, ich kann die Stille endlich tragen. Ich bin nicht hier, um mich zu beugen, ich bin gekommen, um zu fragen. [Quiet Bridge] Wer hat entschieden, dass Erinnerung Recht bekommt? Wer hat mir beigebracht, dass Schmerz wie Wahrheit klingt? Ich zieh die Handschuhe aus, berühr den kalten Rahmen. Nichts daran zerbricht mich. Nichts daran verschlingt mich. [Build-up] Ein Fenster klirrt im Hinterhaus, als hätte jemand losgelassen. Der Wind fährt durch die offene Wand, und ich kann wieder atmen. [Final Chorus] Schwarze Fenster, schaut nur her, ich steh im Regen ohne Zittern. Ihr wart die Zeugen meiner Furcht, jetzt seid ihr Löcher in den Gittern. Schwarze Fenster, schweigt mich an, ich geh mit ruhigen Schritten weiter. Wo ihr mich einmal festgehalten habt, wird meine Stimme breiter. [Outro] Schwarze Fenster, kaltes Glas, die Straße lässt mich gehen. Im nächsten Haus fällt Staub vom Sims, als könnte etwas neu entstehen.